Erlebnisse aus Venezuela März 2011

Der Grund weshalb wir nach Venezuela geflogen sind war schon seit Jahren in unseren Köpfen. In diesem Jahr fand die erste Weltfrauenkonferenz in der Hauptstadt von Venezuela statt. Die Entscheidungen und die Hindernisse durch die Arbeit erschwerten die Buchungen und doch hat es geklappt.

Der Flug von Frankfurt nach Caracas dauerte etwa 9 Stunden. Eine ziemlich lange Zeit in der Economy-Class von Lufthansa, da diese eigentlich den Leuten, die nicht viel zahlen, auch viel weniger Platz geben.

Unabhängig davon waren wir alle ziemlich gespannt auf das neue Land und auf die Menschen. Als wir endlich ankamen, bemerkten wir schon eine Herzlichkeit von den Menschen und andererseits bemerkten wir auch, dass in Venezuela einiges strenger geregelt ist, wie wir es kennen. Ein Beispiel ist das eintauschen von Dollar oder Euro in das Bolivar. Wir mussten sogar Fingerabdrücke hinterlassen beim Umtausch.

Der herzliche Empfang des Reiseveranstalters und die Herzlichkeit zu unseren Jüngsten "Waela 1-jährig" in der Reisegruppe haben uns sehr schnell an die Mentalität und die Offenheit der Menschen näher gebracht.

Die erste Nacht in einem Hotel, das am karibischen Meer lag, war eigentlich ziemlich kurz. Wir hatten keine Sonne und es hatte schon einige Tage geregnet. Die Strassen vom Flughafen zu dem Hotel waren stark befahren und das Wasser staute sich in manchen Bereichen auf, da es keine richtige Kanalisation gibt.

Viele Häuser sind an den Hängen gebaut. Die Häuser sind massiv doch der Grund ist eine grosse Gefahr für diese Menschen. Es ist eigentlich nur Erde ohne irgendwelche Stabilisierungen. Viele Menschen haben nach langen Regenphasen ihre Häuser verloren und einige sind sogar mit ihren Häusern begraben worden.
Am ersten Tag, konnten wir schon feststellen, dass die Menschen in Venezuela fröhlicher und lebendiger sind wie wir in den Industrieländern.

Am zweiten Tag ging es zu unserem eigentlichen Bestimmungsort nach Choroni/Puerto Colombia. Zwar ist die Distanz bei etwas über 100 km gewesen, doch wir brauchten über 4 Stunden Fahrzeit bis wir ankamen. Wir machten einige Pausen und konnten auch die kulinarische Seite von Venezuela entdecken. Doch die Landschaft  ist so unterschiedlich und teilweise ging es nur mit Schritttempo voran.
Der letzte Abschnitt zu unserem Badeort war wie in einem Dschungel.

Wir sind durch einen Nationalpark "Henri Pittier" gefahren. Dabei war die Botanik ziemlich beeindruckend und die Fahrt durch die engen Strassen und die über 1000 Höhenmeter Hindernisse spannend und abenteuerlich.
Auf dem Weg haben wir auch Möglichkeiten gehabt einige heimische Früchte uns näher anzuschauen und machten auch einen kleinen Stopp auf einem Fluss um uns die Kakaofrucht anzuschauen.

Als wir endlich ankamen in unserer Pension "Posada Turpial", gingen bei uns Glücksgefühle los. Eine niedliche Posada mit 11 Zimmern. Die Herzlichkeit in der Posada war wiederum herzlich, trotz Sprachproblemen. Doch wir haben uns von Anfang bis Ende sehr wohl gefühlt und würden liebend gerne in der nächsten Zukunft wieder dorthin gehen. Die Bediensteten waren nett und  total stressfrei. Vor allem die Freiheit vom stressigen Alltag hat uns sehr beeindruckt in diesen kleinen Dörfern direkt am karibischen Meer.

Das Wetter war zwar immer noch nicht toll, doch wir waren weg von der Taktung der Arbeitswelt. Die ersten Abende waren sehr kurz, da wir immer gegen 20 bis 21 Uhr ins Bett gegangen sind. Das lag vor allem an der Zeitverschiebung. Zu Deutschland sind es 5,5 Stunden. Wir waren aber morgens immer schon gegen 7 Uhr auf und hatten eigentlich den ganzen Tag für die Erkundung der Gegend und Entspannung am Meer. Der Strand "Playa Grande" war überwältigend, doch Schwimmen konnte man leider nicht durch den gefährlichen Sog. Aber das war mir relativ egal, ich genoss die Aussicht mit den Kokosnusspalmen und den grünen Bergen.

Die Früchte waren so frisch und schmeckten so intensiv, das ich eigentlich keine Lust mehr habe, diese Früchte hier in Deutschland zu essen. Vor allem die Bananen, die sehr oft in der venez. Küche vorkommt, bringt Geschmacksbereiche zum Vorschein, die ich nie erwartet hätte.

Die Kokosnüsse waren der Traum und das Fruchtfleisch war teilweise so cremig, das wir einige auf einmal gegessen hatten. Nochmals zur Info, die Kokosnüssen wurden gepflückt und innerhalb von 10 Minuten landete das Fruchtfleisch und der Saft in unseren Mägen.

Das Essen in der Posada Turpial war ebenfalls sehr gut. Der Koch und seine Frau kreierten Gerichte, die mit feinen Saucen und ungewöhnlichen Zutaten vielen Gourmet-Küchen das Wasser hätten reichen können. Auch diese Personen waren stets nett und herzlich und stammten ursprünglich aus Ecuador. Ein Land mit Menschen, die man auch näher lernen kennen sollte.

Die Küche mit den verschiedenen frischen Fischen und der sehr guten Zubereitungen sind einmalig. Die Temperaturen waren immer über 25 °C und die Wassertemperatur war über 20°C. Wir hatten sehr schöne 6 Tage in diesem wundervollen Ort. Kann man nur empfehlen, ich wär gerne für immer dort geblieben.

Danach ging es nach Caracas, eine Grossstadt mit ca. 5 Mio. Einwohnern. Eine der unsichersten Städte der Welt heisst es in vielen Reiseführern. Die Stadt ist laut und total voll, doch wir sind für die Weltfrauenkonferenz in diese Stadt gekommen.
 
Die Weltfrauenkonferenz war das Highlight unserer Tour. Wir haben Menschen, vor allem Frauen, aus der ganzen Welt kennen gelernt und haben das Leid und die Lebensweise gespürt. Wir konnten uns gegenseitig austauschen und die Wärme und die Herzlichkeit vor allem von den südamerikanischen Frauen waren beeindruckend. Wir haben uns in diese Menschen verliebt und auch teilweise in das Land, das momentan in einem positiven Umbruch vor allem für die Ärmeren ist.

Die Reise nach Venezuela hat uns gut getan und ist für jeden empfehlenswert, der das wahre Leben mit ehrlichen Menschen geniessen möchte, auch wenn es nur ein paar Tage sind, geht hin.  
P.S.: Dank auch an Marlen von Mio-Reisen für die Reisegestaltung und die superfreundliche Beratung.

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