Reisebericht Peru

Unsere Kundinnen Heike und Winny bereisten im Herbst 2011 zunächst den Süden Peru's mit Stationen in Cusco, Puerto Maldonado, Puno, Arequipa und Lima. Anschließend entspannten sie für ein paar Tage am peruanischen Strand in Mancora (Nordperu).
Lesen Sie hier den anschaulichen Peru Reisebericht der beiden.


Abenteuer Südamerika - 3 Wochen Urlaub in Peru

Ein Reisebericht von Heike Hallmann

Nachdem ich mit meiner Schwester in den letzten Urlauben quer durch Südostasien gereist bin, beschließen wir: Dieses Jahr soll es mal was Neues sein! Schwankend zwischen Afrika und Südamerika entscheiden wir uns schließlich für Peru. Also schnell an der Volkshochschule einen Kurs belegt  "Spanisch für den Urlaub", denn ohne Spanisch, wird mir glaubhaft versichert, geht in Peru gar nichts.

Und schon ist er da, der 9. September 2011 und unsere Reise beginnt. Mit Lufthansa fliegen wir von Frankfurt über Caracas nach Lima. Nach genau 24 Stunden erreichen wir am Abend die Hauptstadt Perus. Am Flughafen empfängt uns eine riesige Schar erwartungsvoller Peruaner mit Tafeln, Schildern oder Zetteln in den hochgereckten Händen. Pick up wird hier ganz groß geschrieben! Endlich entdecken wir im Schilderwald unsere Namen und ein freundlicher Taxifahrer chauffiert uns in unsere Pension "El Patio" in Miraflores. Hocherfreut nimmt er den Auftrag für den nächsten Morgen entgegen, denn schon in aller Herrgottsfrühe fliegen wir weiter nach Cusco.

In Cusco empfängt uns Diana vom Hotel Rumi Punku. In tadellosem Englisch (!) plaudert sie mit uns über das Wetter, was aufgrund der nahenden Regenzeit etwas durchwachsen ist, die dünne Luft (Cusco liegt auf 3.430 m) und die heilsame Wirkung des Coca-Tees bei Schwindelgefühl und Übelkeit. Im Rumi Punku probieren wir das sofort aus, und tatsächlich sind unsere Kopfschmerzen nach dem zweiten Becher Tee wie weggeblasen. Inzwischen hat sich auch die Sonne durch die Wolken gekämpft und wir starten unsere Besichtigungstour. Rund um die schöne Plaza de Armas gruppieren sich die vielen kolonialen Sehenswürdigkeiten, allen voran die Kathedrale und die Capilla de la Sagrada Familia, und malerische Gässchen führen durch die Altstadt und steil hinauf in das Künstlerviertel San Blas. Wir sind total begeistert!

Am nächsten Tag steht das Urubamba-Tal auf unserem Programm. Diana hat ein Auto mit Fahrer für uns organisiert, und Miguel entpuppt sich als wahre Plaudertasche. In passablem Englisch (!) berichtet er uns viel Interessantes über Land und Leute. Unser erster Stopp ist Pisac. Wir unternehmen einen ausgedehnten Spaziergang durch die sehenswerte Felsenfestung mit ihren Inkaruinen und Terrassenfeldern und erwerben auf dem bunten Markt von Pisac gleich ein paar Reisemitbringsel. Weiter geht es nach Ollantaytambo. Auch hier, am Ende des Urubambatals, gibt es eine imposante Felsenfestung zu besichtigen und in den engen Gassen des schmucken Örtchens sind die ältesten Inkahäuser der Gegend zu finden. An der beschaulichen Plaza Mayor trinken wir den ersten Pisco Sour unseres Urlaubs und unseres Lebens und stellen fest, das Getränk hat's in sich! Letzte Station ist heute das über 3.700 m hoch gelegene, kleine Andendorf Chinchero mit seinen steilen Gassen. Bei Sonnenuntergang geht die Fahrt zurück nach Cusco.

Am dritten Tag unserer Reise wollen wir die Inkaruinen Tambomachay, Pukapukara, Saqsaywamán und Qenqo vor den Toren Cuscos erkunden. An der Busstation herrscht ein emsiges Durcheinander, aber dank der Sprachkenntnisse aus dem Spanisch für den Urlaub-Kurs, die ich nun doch erproben kann, klappt die Verständigung mit den Einheimischen ganz gut. Alsbald sitzen wir im richtigen Kollektivo und fahren hinaus aus der Stadt. Die 4 Ruinenstätten reihen sich an der Straße aneinander und lassen sich gut zu Fuß erwandern, aber leider macht uns heute das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach der Hälfte des Wegs beginnt es heftig zu regnen und hört den ganzen Tag nicht wieder auf. Bange Frage: Wird es morgen wieder sonnig sein, denn da steht Machupicchu auf unserem Programm!?!

Mit dem Vistadome geht die Fahrt von Poroy nach Aguas Calientes. Die Dampflok schnauft durch eine spektakuläre Berglandschaft mit engen Tälern und schneebedeckten Gipfeln und durch die großen Panoramafenster bietet sich ein wunderschöner Ausblick. Mit uns im Abteil sorgt eine Gruppe temperamentvoller argentinischer Rentner für gute Stimmung. Nach knapp 4 Stunden erreichen wir am späten Vormittag bei schönstem Sonnenschein unser Ziel. Für heute haben wir eine Halbtages-Wanderung zum Berg Putucusi geplant, der Machupicchu gegenüberliegt. Aber leider endet unsere Tour bereits nach 30 Minuten an völlig maroden vertikalen Holzleitern. Der abenteuerliche Inkapfad wurde nach der letzten Regenzeit nicht präpariert und ein Weiterkommen ist unmöglich. Alternativprogramm sind die heißen Quellen, die dem Ort seinen Namen geben. An einem der vielen Stände entlang des Wegs mieten (!) wir uns Badebekleidung und tauchen in die angenehm warmen Thermalquellen ein.

Am nächsten Morgen klingelt bereits kurz nach 5 unser Wecker im Hotel La Cabana, denn wir wollen noch vor dem großen Touristenansturm Machupicchu sehen. Und das natürlich bei Sonnenschein, aber es regnet! Ich sende schnell ein Stoßgebet und auf dem Weg nach Machupicchu hört der Regen tatsächlich auf. Und dann ist es soweit. Die sagenumwobene Inkaruine liegt zu unseren Füßen und der Anblick ist unbeschreiblich schön und ergreifend! Wir beschließen, zunächst den Inkatrail ein Stück in umgekehrte Richtung zu gehen und zum Sonnentor aufzusteigen. An einem Kontrollposten tragen wir uns in ein Buch ein und bei unserem 1-stündigen Aufstieg begegnen wir keiner Menschenseele. Am Sonnentor angelangt, haben wir einen phantastischen Ausblick auf Machupicchu und die umliegenden Berge. Zurück in der Ruinenstätte ist es mit der Zweisamkeit vorbei, aber dafür scheint endlich die Sonne! Wir folgen den vielen verschlungenen Pfaden durch die Ruinenstätte und genießen jeden Augenblick. Am späten Nachmittag geht die Fahrt zurück nach Cusco. Das Zugpersonal sorgt für die geschafften und glücklichen Passagiere mit einer traditionellen Tanzvorführung und einer Alpakawollkleidung -Modenschau für beste Unterhaltung. Die jungen Zugbegleiter machen ihre Sache wirklich gut und wir amüsieren uns prächtig. Im Rumi Punku packen wir noch schnell unseren Rucksack um, denn am nächsten Morgen geht die Reise bereits weiter in das Amazonastiefland.

Von Cusco fliegen wir nach Puerto Maldonado und werden hier von unserem Guide Livio in Empfang genommen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind unglaublich hoch und nach der kühlen Bergluft kommen wir mächtig ins Schwitzen. Wir besichtigen den kleinen verschlafenen Ort an der Grenze zum Dschungel, decken uns mit Wasser für die nächsten 2 Tage ein und fahren dann über eine rumplige Straße zum Bootsableger am Rio Tombopata. Gemeinsam mit einer französischen Reisegruppe schippert uns unser Bootsmann Carlos zur 2 Stunden entfernten Cayman-Lodge mitten im Tambopata Nationalpark, die seit 10 Jahren von der Französin Anny betrieben wird. Unser Dschungelprogramm startet mit einer Nachtwanderung, bei der wir - mit Taschenlampen und Autan bewaffnet - eine Vielzahl von Insekten und eine dicke schwarze Tarantel zu Gesicht bekommen.

Am nächsten Tag steht eine Wanderung zum Sachavacayoc Lake auf unserem Programm. Der Sound des Dschungels ist unglaublich, und wir haben Mühe, die vielen fremden Laute den richtigen Tieren zuzuordnen. Unser Guide Livio kennt den Dschungel wie seine Westentasche und führt uns mit schlafwandlerischer Sicherheit durch das dichte, verschlungene Grün. Und plötzlich liegt er vor uns, der Sachavacayoc Lake. In einem kleinen Boot paddeln wir über den schönen See und sehen Aras in den unterschiedlichsten leuchtenden Farben. Zurück in der Lodge schwingen wir uns in die Hängematten und freuen uns schon auf die nächtliche Bootstour. Und tatsächlich entdecken wir im Scheinwerferlicht mehrere Kaimane, schließlich geben die ja der Lodge ihren Namen.

Am nächsten Morgen heißt es schon wieder Abschied nehmen vom Dschungel. Nachmittags sind wir zurück in Cusco, stöbern durch die vielen kleinen Geschäfte und Galerien und erwerben ein paar warme Wollsachen für unseren bevorstehenden Ausflug zum Titicaca-See.

Pünktlich 7:30 Uhr startet der Inka-Express, voll geladen mit Touristen, Richtung Puno. Unterwegs gibt es mehrere Besichtigungs-Stopps. Erste Station ist nach 40 km die wunderschöne und wirklich sehenswerte Kirche San Pedro de Andahuaylillas, die auch die "Sixtinische Kapelle Südamerikas" genannt wird. Eine weitere lohnende Station sind die imposanten präinkaischen Ruinen von Raqchi, rd. 120 km von Cusco entfernt. Aber danach zieht sich und zieht sich und zieht sich die Fahrt, bis wir nach rd. 12 Stunden und rd. 400 km endlich Puno erreichen. Wir steigen im Qelqatani Hotel ab, in welchem wir schnell noch unsere Tour für den nächsten Tag buchen.

In aller Hergottsfrühe und Eiseskälte starten wir zum Titicaca-See, dem höchstgelegenem See der Erde. Unsere für den Tag bunt zusammen gewürfelte  Reisegruppe besteht aus Spaniern, Brasilianern, Peruanern, Mexikanern, Guatemalteken, Ecuadorianern, einem Griechen, einer Australierin und uns, insgesamt 20 an der Zahl. Zunächst steuern wir die Schilfinseln der Uros an. Würde es keine Touristen geben, würden die Uros nicht mehr auf den Schilfinseln leben, steht in meinem Reiseführer geschrieben. Entsprechend gemischt sind unsere Erwartungen an das touristische Spektakel. Aber dann ist es doch höchst interessant, über das schwankende Schilf zu laufen und mit einem der traditionellen Schilfboote zwischen den schwimmenden Inseln entlang zuschippern. Weiter geht die Fahrt zur Isla Taquile. Neben der Schönheit der Natur sind hier die strickenden Männer mit ihren langen Zipfelmützen eine der Hauptattraktionen. Je nachdem, ob noch zu haben oder schon vergeben, haben die Mützen unterschiedliche Farben - wie praktisch. Auf der Bootsfahrt zurück nach Puno holen auch wir unsere Mützen heraus, denn die Sonne geht bereits unter und es wird wieder ziemlich frisch.

Heute haben wir noch einen halben Tag Zeit in Puno, bevor unser Bus nach Arequipa fährt. Wir bummeln durch den Ort, der weitaus weniger touristisch ist als Cusco, genießen den strahlenden Sonnenschein und sehen den Einheimischen bei ihren alltäglichen Verrichtungen zu. Viele Frauen tragen hier die traditionellen Trachten, aber keineswegs um wie in Cusco fotografiert zu werden. Nach 6 Stunden Busfahrt mit Cruz del Sur erreichen wir am Abend Arequipa und unsere Pension Nueva Espana.

Arequipa - die weiße Stadt hält, was ihr Beiname verspricht. Die Gebäude rund um die gepflegte Plaza de Armas strahlen im leuchtenden Weiß mit den gewaltigen Schneegipfeln des nahe gelegen Chachani-Massivs um die Wette. Arequipa soll eine der schönsten Städte Perus sein, und das glauben wir sofort. Bei bestem Wetter bummeln wir vorbei an unzähligen Kirchen und Kolonialbauten. Hauptsehenswürdigkeit ist das beeindruckende Kloster Santa Catalina, welches nicht in weiß, sondern in ziegelrot und indigoblau uns in seinen Bann zieht. Bei einem Sonnenuntergangs -Pisco Sour (an das Nationalgetränk haben wir uns inzwischen richtig gewöhnt) in einem der schönen Terrassen-Cafés nahe der Kathedrale stellen wir fest, gestern war bereits Halbzeit unseres Urlaubs!

Im Nueva Espana haben wir eine 2-Tages-Tour in den Colca-Canyon gebucht, die am nächsten Morgen beginnt. In meinem Reiseführer habe ich gelesen, dass Resultat des gnadenlosen Preiskriegs zwischen den verschiedenen Agenturen überfüllte Transportmittel und schlechte Unterkünfte sind. Und tatsächlich bewahrheitet sich beides. Für die Strapazen der unbequemen Fahrerei werden wir aber durch die wunderschöne Landschaft des Naturschutzgebiets Reserva Natural de Salinas-Aguada Blanca und die Erfahrung, mit Einheimischen zu reisen, reichhaltig entschädigt. Denn außer einem jungen Paar aus Kanada und uns besteht unsere Reisegruppe nur aus Peruanern, die sich wirklich rührend darum sorgen, dass es uns gut geht. Nach mehreren Fotostopps auf der schönen Strecke erreichen wir am frühen Nachmittag Chivay. Heute steht noch der Besuch des Thermalbads auf dem Programm, und diese Mal haben wir auch unsere Badesachen eingepackt! Abends gibt es ein gemeinsames Essen mit Kulturprogramm, bei dem unsere Peruaner mit Feuereifer dabei sind und uns richtig anstecken mit ihrer guten Laune.

Heute klingelt bereits um 5 der Wecker, denn bis zum Mirador Cruz del Condor sind es noch 2 Stunden Fahrt über eine unbefestigte Holperpiste und die Kondore kann man am Besten morgens beobachten. Und tatsächlich haben wir Glück! Gleich bei unserer Ankunft sehen wir die frei lebenden Kondore aus nächster Nähe und sind von deren Größe mächtig beeindruckt. Nach 15 Minuten ist das Spektakel vorbei, und alle die später kommen, warten leider vergebens. Auf der Rückfahrt nach Chivay haben wir noch Zeit für mehrere Fotostopps im wunderschönen Colca-Tal mit seinen terrassierten Berghängen, bevor die Reise zurück nach Arequipa geht.

Am nächsten Morgen fliegen wir von Arequipa nach Lima und kehren zurück in die Pension "El Patio", in der wir bereits die erste Nacht in Peru verbrachten. Es ist noch früh am Tag und es ist Sonntag und wir beschließen, uns zunächst bei einem Brunch zu stärken. Am Parque Kennedy finden wir ein schönes Café, in dem außer uns nur Zeitung lesende und sich unterhaltende Peruaner sitzen. Von Peruanerinnen keine Spur! Auch in Peru herrsch der Machismo, scheint es. Mit dem Taxi in die Altstadt geraten wir mitten hinein in eine Prozession, besser könnte unsere Besichtigungstour nicht beginnen! An der schönen Plaza Mayor reihen sich die Kolonialgebäude von Rathaus über Kathedrale bis Regierungspalast aneinander und wir sind wirklich positiv überrascht. Nach der Beschreibung in meinem Reiseführer soll Lima ein wahrer Moloch sein, diesen Eindruck haben wir keineswegs.

Am nächsten Tag bummeln wir durch Miraflores und sehen am Strand den vielen Wellenreitern zu, bevor nachmittags die Reise weitergeht in den Norden Perus und zu unserer letzten Station in diesem schönen Land. Von Lima fliegen wir nach Tumbes, nahe der Grenze zu Ecuador, und erreichen nach weiteren 2 Stunden Fahrt am Abend Mancora und unsere Pension Casabarco, direkt am feinsandigen, schönen Strand von Mancora gelegen.

Die nächsten 4 Tage tun wir nichts  außer faulenzen, in der Sonne liegen, lesen, schwimmen und am Strand spazieren gehen. Im Casabarco sind wir die einzigen Gäste und Emilio - ein Meister seines Fachs - bekocht uns jeden Abend mit den leckersten Meeresfrüchten. Wir fühlen uns wie Gott in Frankreich und könnten es hier durchaus noch etwas länger aushalten. Aber leider geht unser Urlaub nach 3 erlebnisreichen und eindrucksvollen Wochen jetzt zu Ende. Mit vielen Mitbringseln und Erinnerungen im Gepäck fliegen wir am 1. Oktober 2011 von Lima zurück in die Heimat.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Ulrike von Mio Tours, die uns kurzfristig alle Inlandflüge gebucht hat und uns damit ein entspanntes Reisen durch Peru ermöglicht hat.

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