Individualreise Ecuador - Anden, Regenwald & Galapagos

Hendrik und Daniela bereisten den kleinen Andenstaat Ecuador im Dezember 2010. Neben den schönen Kolonialstädten Quito und Cuenca machten die beiden einen Abstecher in den Regenwald, fuhren entlang der "Sraße der Vulkane" und verbrachten Weihnachten auf Galapagos. Hier teilen sie mit uns Ihre Reiseeindrücke:


Ecuador/ Galapagos 2010

Bericht über eine mit Hilfe der Agentur Mio Tours organisierte Individualreise nach Ecuador und Galapagos vom 27. November bis zum 28. Dezember 2010

Vorbereitung

Bezüglich der Impfungen sind wir den gängigen Empfehlungen für Ecuador gefolgt. Trotz eines mehrtägigen Ausfluges in den Regenwald haben wir, nach Beratung durch den Impfarzt des Gesundheitsamtes in Frankfurt, aber auf eine Malariaprofilaxe verzichtet. Wir hatten allerdings das Notfallmedikament dabei.

Bei der technischen Vorbereitung der Reise, insbesondere bei der Buchung der Inlandsflüge und einzelner Aktivitäten hat uns die Agentur Mio Tours unterstützt. Das war super bequem und hat prima funktioniert. Einige Abschnitte der Reise haben wir aber auch selbst organisiert.

Für eine Reise nach Ecuador braucht man außerdem noch einen aktuellen Reisepass. Wer sich diesen erst kurz vor der Abreise besorgt, sollte Folgendes wissen:

Bereits bei der Beantragung des Reisepasses wird einem zumindest von der Stadt Frankfurt am Main die Nummer des künftigen Reisepasses in Form einer 10-stelligen Kombination aus Zahlen und Buchstaben mitgeteilt. Erhält man dann den Reisepass, ist man überrascht, dass dort unter der Überschrift "Passnummer" nur eine 9-stellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben abgedruckt ist. Bei Wikipedia kann man dann erfahren, dass im Reisepass seit einiger Zeit die letzte Ziffer der Passnummer nur im maschinenlesbaren Teil des Reisepasses abgedruckt wird. Gibt man nun bei der Buchung von Flugtickets usw. arglos die bei der Beantragung des Passes mitgeteilte zehnstellige Nummer an, weil man den neuen Pass noch nicht hat und wird diese später anhand des Passes manuell kontrolliert, kann es zu Problemen kommen, wenn der Mensch auf der anderen Seite des Schreibtischs die fehlende Ziffer sucht.

Anreise

Den Flug haben wir bei KLM gebucht. KLM fliegt direkt ab Amsterdam mit Zwischenstopp in Bonaire nach Guayaquil und dann weiter nach Quito. Der Flug ab Frankfurt/Main dauert ca. 18 Stunden, wobei wir in Amsterdam 3 Stunden Aufenthalt hatten. Die Verbindung mit KLM hat den Vorteil, dass man nicht in den USA umsteigen muss und so nicht Gefahr läuft, wegen der auch für Transitpassagiere geltenden Einreisekontrollen seinen Anschlussflug zu verpassen. Auch sonst waren wir mit der Verbindung sehr zufrieden.

Quito (29. November bis 1. Dezember und 4. bis 7. Dezember)

In Quito wurden wir von Fredy, einem von der Agentur organisierten Guide, abgeholt und zu unserem Hotel San Francisco de Quito in der historischen Altstadt gebracht. Nach einer ausführlichen Sicherheitsbelehrung und weiteren Hinweisen und Tipps wurden wir planmäßig uns selbst überlassen.

Das Hotel war sehr gepflegt, unser Zimmer ruhig und sauber und das Personal sehr freundlich. Besonderes Highlight des Hotels ist sicher die Dachterrasse, von der aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat.  

Als Alternative zu einem Hotel in der Altstadt bietet sich eine Übernachtung im Touristenviertel rund um die Straße Mariscal Foch in der Nähe des Parks El Ejido an. Hier findet sich deutlich mehr touristentypische Infrastruktur wie Kneipen, Restaurants und Souvenirläden. Nachteil dieser Lokalität ist jedoch die recht große Entfernung zu den meisten Sehenswürdigkeiten der Altsstadt.

Nach dem wir in Deutschland nur Übersichtskarten von Ecuador im Maßstab von 1:1.000.000 bzw. 1:650.000 erwerben konnten, sind wir der Empfehlung des Reiseführers gefolgt und haben uns wegen detaillierter Karten an das Instituto Geografico Militar in der Straße Teodoro Wolf gewendet. Das Institut kann man von der Altstadt aus auch zu Fuß erreichen. Man sieht schon von Weitem die weiße Kuppel des direkt neben dem Institut befindlichen Planetariums. Einfacher geht es natürlich mit dem Taxi. Im Institut angekommen muss man sich an der Wache anmelden und bekommt einen Besucherausweis. Anhand einer Übersichtskarte muss man dann die einzelnen Kartenblätter im Maßstab 1:50.000 auswählen. Das bedeutet, dass man schon recht genau wissen muss, welche Karten man braucht. Für bestimmte Gebiete muss man die Erstellung von Karten im Maßstab 1:50.000 schriftlich beantragen. Dies betrifft etwa Karten der Region Sucumbios, in der auch das Naturschutzgebiet Cyuabeno liegt. Nach Auskunft des Sachbearbeiters kann die Bearbeitung des Antrags bis zu sieben Tage dauern. Auch ohne Antrag bekommt man allerdings Übersichtskarten von der Region im Maßstab 1:250.000.

Einen schönen Überblick über die Stadt bekommt man, wenn man mit der Seilbahn, dem Teleferiqo, zu den Antenas an der Flanke des Hausbergs von Quito, dem Pichincha, fährt. Bei klarem Wetter kann man nicht nur die Stadt sehen, sondern auch schon einen ersten Blick auf die Allee der Vulkane werfen. Außerdem kann man erste Höhenerfahrung sammeln. Die Bergstation liegt auf 4.100 m. Dass dort oben die Luft noch dünner ist als in der Stadt selbst, die immerhin auf 2.800 m liegt, haben wir deutlich gespürt. Für eine kurze Rundwanderung auf den ausgeschilderten Wegen von ca. 2 km haben wir fast zwei Stunden benötigt. Der wunderbare Ausblick über die Stadt entschädigte jedoch für die Anstrengung und auch für den recht hohen Fahrpreis von US $ 8,50 pro Person.

Sehenswert ist auch die Altstadt selbst. Trotz der vielen Warnungen vor der hohen Kriminalität in Quito hatten wir bei unseren Spaziergängen durch die Altstadt keine Probleme. Tatsächlich hatten wir den Eindruck, dass die Stadt sehr bemüht ist, eine Atmosphäre der Sicherheit zu schaffen. An jeder Ecke konnte man uniformierte Ordnungshüter sehen, die zudem recht freundlich und hilfsbereit waren. Trotzdem waren wir vorsichtig und haben Fredy's Empfehlungen folgend sowohl die Statue der Virgin de Quito als auch die späten Nachtstunden gemieden.

Bei unserem zweiten Besuch in Quito fand gerade das Stadtgründungsfest statt. Da hierbei die gesamte Stadt auf die Beinen ist, und vorzugsweise mit geschmückten Autos und Bussen laut musizierend durch die Straßen fährt bzw. steht, verschaffte uns dies zunächst eine ungeheure Taxirechnung für die Strecke vom Flughafen in die Altstadt.  Nachdem wir uns von diesem Schock erholt hatten, haben wir dann in La Ronda, dem wunderschön restaurierten ehemaligen Vergnügungsviertel von Quito, mitgefeiert. Beachten muss man, dass während des Festes viele Geschäfte und auch die Geldautomaten (!!) geschlossen sind.

Tapir Lodge (1. bis 4. Dezember)

Unseren Ausflug in den Regenwald hat die Agentur organisiert. Wir wurden von einem Guide der Agentur in unserem Hotel in Quito abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach dem Einchecken hat uns Kurt, der Betreiber der Lodge, abgeholt und mit unseren einzigen Reisegefährten, einem Ehepaar aus München, bekannt gemacht. Zusammen mit Kurt und unseren Mitreisenden sind wir dann nach Lago Agrio geflogen. Der Flug mit der Fluggesellschaft Tame dauerte nur ca. 30 min. Bei Inlandsflügen in Ecuador muss man darauf achten, den Abschnitt des Gepäckaufklebers, den man beim Einchecken in die Hand gedrückt bekommt, zu behalten. Dieser wird beim Verlassen des Flughafens wieder eingesammelt. Vom Flughafen aus ging es dann weiter mit dem Bus. Ob der zur Lodge gehörte, wissen wir nicht, jedenfalls waren wir die einzigen Fahrgäste. Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreichten wir den Eingang des Naturschutzgebietes. Von dort aus ging die Fahrt weiter mit dem Motorkanu. Wir waren ca. 3 Stunden mit dem Kanu unterwegs, haben dabei aber viele Pausen gemacht, um Tiere zu beobachten und um den von Kurt vorbereiteten Imbis zu genießen. Bereits die Anfahrt zur Lodge war ein Erlebnis. Schon nach kurzer Zeit lässt man die letzten Siedlungen hinter sich und taucht in die unbeschreiblich schöne, grüne Welt des Primärwaldes ein. Primärwald heißt der Regenwald in Cuyabeno übrigens, weil es sich um ursprünglichen Regenwald handelt und nicht um solchen, der nach einer Abholzung neu entstanden ist. Gekrönt wurde der Tag von einem kühlen Bier, von dem Kurt trotz der abgeschiedenen Lage offenbar einen unerschöpflichen Vorrat hat, und einem Bad im  Cuyabenofluss. Das mit den Piranhas, die angeblich alles, was sich in den Fluss wagt, sofort bei lebendigen Leib auffressen, scheint maßlos übertrieben zu sein. Wir haben das Bad jedenfalls unbeschadet überstanden, obwohl im Fluss definitiv Piranhas leben. Wir haben später selbst welche geangelt.

Die Lodge besteht aus zwei Wohntürmen, welche die einzelnen Zimmer enthalten, und einem großzügig gestalteten Aufenthaltsbereich. Im Aufenthaltsbereich wird auch das Essen serviert. Das Essen war übrigens ausgezeichnet. Man kann das Küchenteam gar nicht genug loben.

Die Zimmer in den Wohntürmen sind rustikal aber sehr sauber. Sie haben ein Bad mit Dusche und Strom. Strom steht allerdings nicht unbegrenzt zur Verfügung und soll z.B. nicht für Haartrockner verwendet werden. Kurt wies auch darauf hin, dass er in der Lodge auf Insektenschutzmittel verzichtet und die Türen auch nicht hermetisch abschließen. Man müsse daher damit rechnen, gelegentlich dem ein oder anderen sechsbeinigen Mitbewohner zu begegnen, die Karl als die eigentlichen Herren des Dschungels bezeichnete. Wir hatten in unserem Zimmer allerdings keine unangenehmen Begegnungen. Trotzdem haben wir unter dem Moskitonetz geschlafen, schon weil wir dachten, dass es zu einer richtigen Dschungelexpedition einfach dazugehört. Wenn man sehr gründlich sucht, findet man vielleicht auch den einen oder anderen Herren des Dschungels in seinem Zimmer. Wir haben aber nicht gesucht und waren sehr zufrieden mit den Zimmern und dem Service. 

Von der Lodge aus haben wir dann mehrere Ausflüge, teils mit dem Boot in ein benachbartes Dorf der Siona, teils zu Fuß durch den Regenwald unternommen. Die Führung übernahm meist Kurt selbst, der uns auf unterhaltsame Weise mit vielen Pflanzen und Tieren des Regenwaldes vertraut machte. In der Lodge gibt es zudem eine Vielzahl von Nachschlagewerken und Bestimmungsbüchern, mit denen man das am Tag Gesehene Abends nachbereiten kann. Die Wanderungen waren manchmal recht anstrengend und wir waren oft überrascht, wie lange wir für Strecken brauchten, die wir in Deutschland nicht für erwähnenswert halten würden. Sportler musste man aber nicht sein. Ein besondere Höhepunkt der Tour war sicher der abendliche Besuch der Laguna Grande, wo wir einen Süßwasserdelfin und Kaimane beobachten konnten.

Wir hatten anfänglich gewisse Vorbehalte, in den Regenwald zu fahren. Ist es vielleicht gefährlich, wie werden wir die Hitze vertragen usw.? Diese Vorbehalte haben sich allesamt als unberechtigt erwiesen. Einen Besuch von Kurts Tapir Lodge können wir jedem, der einigermaßen gut zu Fuß ist und ein bisschen Begeisterung für die Natur mitbringt, wärmstens empfehlen.

Allee der Vulkane (7. bis 10. Dezember)


Die Tour entlang der Allee der Vulkane wurde wieder von der Agentur organisiert. Unser Guide Fredy holte uns am Morgen vom Hotel ab und los ging’s auf dem Panamericana Highway Richtung Süden. Die erste Station auf unserer Reise nach Süden war der Cotopaxi, der höchste noch aktive Vulkan der Welt. Leider versteckte er sich in den Wolken. Nach einer Wanderung rund um die Laguna Limpiopungo, die auf 3.830 m am Fuß des Vulkans liegt, fuhren wir dann weiter Richtung Banos. Banos liegt am Nordhang des Vulkans Tungarahua. Am Tag vor unserer Abreise hatten wir aus den Nachrichten erfahren, dass der Tungarahua am 4. Dezember sehr heftig ausgebrochen war und mehrere Orte im Westen des Vulkans bereits evakuiert worden waren. Bei unser Ankunft in Banos war die Vulkanwarnstufe zwar bereits von rot wieder auf orange herabgestuft worden, die Ausbrüche des Vulkans waren allerdings noch deutlich zu sehen und zu hören. Obwohl unser Guide beteuerte, dass Banos wegen seiner Lage im Norden des Vulkans sicher sei, war uns doch ein wenig seltsam zumute, als wir an dem gerade ausbrechenden Vulkan entlang in die Stadt Banos einfuhren. Dieses Gefühl wurde noch verstärkt, als wir bemerkten, dass unser sehr großes und schon etwas in die Jahre gekommenes Hotel Sangay neben uns anscheinend nur noch drei weitere Gäste beherbergte. Die allgegenwärtigen Hinweise, welchen Weg man im Falle einer Evakuierung der Stadt zu gehen hat, taten ihr Übriges. Von der Wanderung durch den Nebelwald am Nordhang des Tungurahua haben wir uns trotzdem nicht abhalten lassen.

Die Stadt Banos ist sehr stark vom Geschäft mit dem Tourismus geprägt und es werden dem Besucher viele Aktivitäten angeboten. Beispielsweise kann man Fahrräder mieten und damit zu dem ca. 60 km entfernten Ort Puyo fahren. Der Rücktransport erfolgt dann mit dem Jeep. Nachdem wir bei unserer Wanderung aber zunächst ca. 600 m durch den Wald aufgestiegen und dann über eine Treppe mit 365 Stufen wieder abgestiegen sind, haben wir für den Nachmittag auf weitere sportliche Aktivitäten verzichtet.

Am nächsten Tag ging es nach einem kurzen Abstecher nach Westen zu den teilweise bis zu 30 m hohen Wasserfällen des Rio Pastaza weiter Richtung Süden nach Riobamba, wo wir im Hotel Abraspungo übernachteten. Das sehr schöne Hotel bietet neben einer guten Küche Zimmer mit Kamin. In Riobamba, dass von den Einheimischen auch "Friobamba" genannt wird, erlebten wir den kältesten Tag unserer gesamten Reise. Es wurde nicht wärmer als 10°C und wir waren sehr froh über den Kamin.

Nach einer kurzen Nacht ging es weiter zum Chimborazo, dem mit 6.310 m höchsten Berg Ecuadors. Wir konnten bei gutem Wetter und guter Sicht bis zur letzten Schutzhütte auf 5.000 m Höhe wandern. Beim Abstieg war es aber bereits sehr neblig. Der dichte Nebel begleitete uns dann auch auf der Fahrt nach Ingapirca, den am besten erhaltenen Relikten der Inkakultur in Ecuador. Auf der Weiterfahrt nach Cuenca wurde der Nebel dann von einem heftigen Gewitter abgelöst.

Cuenca (11. bis 19. Dezember)


Unseren Aufenthalt in Cuenca haben wir nicht über die Agentur, sondern einschließlich der Übernachtungen von Deutschland aus mit dem Internet und der Hilfe einer Freundin aus Cuenca selbst organisiert.
Wegen seiner gut erhaltenen Bausubstanz aus der kolonialen Epoche wird Cuenca von den Ecuadorianern als schönste Stadt Ecuadors bezeichnet. Auch Cuenca liegt recht hoch (ca. 2.500 m) und verfügt deswegen über ein für uns sehr angenehmes Klima.

Übernachtet haben wir im La Cigale. Das La Cigale ist eher ein Hostal denn ein Hotel und verfügt auch über Mehrbettzimmer. Wir hatten aber ein Doppelzimmer. Der Innenhof des im kolonialen Stiel errichteten Gebäudes ist überdacht und zu einem Cafe/Restaurant ausgebaut. Dort trifft man Gleichgesinnte aus aller Herren Länder aber auch Einheimische, für die das Cafe anscheinend eine Art Szenetreffpunkt darstellt. Wir haben uns im La Cigale sehr wohl gefühlt. Wer geräuschempfindlich ist, sollte aber ausdrücklich nach einem ruhigen Zimmer fragen. Einige Zimmer befinden sich direkt über dem Innenhof und sind deswegen zumindest bis halb eins in der Nacht sehr laut.

Cuenca eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark Cajas, der ca. 35 km westlich der Stadt liegt. Man kann vor Ort geführte Ausflüge buchen. Wo und wie erfährt man z.B. bei der Touristeninformation im Busbahnhof oder der Fundacion Municipal de Turismo para Cuenca, Bolivar 8-44 Y Bengio Malo. Wir haben bei der Agentur Apallacta gebucht und für eine Tagestur mit Mittagessen 40 US $ pro Person gezahlt. Der Nationalpark lässt sich aber auch sehr einfach mit dem Bus erreichen, so dass man seinen Ausflug auch allein organisieren kann. Der Park erstreckt sich über verschiedene Vegetationszonen, vom feuchten Bergwald auf ca. 3000 bis 3.500 m bis hin zu baumlosen Paramo-Gebiet auf Höhen über 4.300 m. Am Eingang zum Nationalpark bekommt man eine Wanderkarte ausgehändigt und kann sich dann auch ohne Begleitung durch einen Führer im Park frei bewegen und überall zelten. Von einer Übernachtung im Park haben wir allerdings abgesehen. In El Cajas kann es in der Nacht recht kalt werden und so haben wir uns für die geführte Tagestour entschieden. Diese bestand aus einer Wanderung rund um die Laguna Llaviucu auf ca. 3.200 m und einer ca. 3 km langen Wanderung auf etwa 3.900 m von der Laguna Toreadora Richtung Nordosten zu einem kleinen Wald von Quinoabäumen. Die Landschaft, die wir bei diesen Wanderungen zu Gesicht bekommen haben, ist atemberaubend. Mit der richtigen Ausrüstung, vor allem warmen Schlafsäcken, kann man sicher auch mehrere Tage im Park verbringen, ohne sich auch nur einen Moment zu langweilen.

Gemeinsam mit der Familie unserer Freundin haben wir von Cuenca aus auch die Orte Chordeleg und Banos besucht. Chordeleg ist ein Zentrum der Kunsthandwerker und man kann in diesem Ort insbesondere schönen Silberschmuck erwerben. Chordeleg liegt etwa bei 2°40' südlicher Breite und stellt den südlichsten Punkt unserer Reise durch Ecuador dar. Für Interessierte: Unser in Deutschland gekaufter Kompass zeigte eine deutliche Kippneigung (Inklination). Die Nadel schliff aber noch nicht auf dem Boden der Dose und der Kompass lieferte noch schlüssige Werte. Eine genaue Überprüfung der Werte haben wir aber nicht vorgenommen, da wir in aller Regel in Begleitung Ortskundiger unterwegs und deswegen nicht auf den Kompass angewiesen waren. 

Der Ort Banos bei Cuenca ist nicht mit dem gleichnamigen Ort am Fuße des Vulkans Tungurahua zu verwechseln. Wie das Banos am Vulkan verfügt das Banos bei Cuenca aber über heiße Quellen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Der Ort liegt landschaftlich sehr reizvoll in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Cajas. Mit ein bisschen Glück kann man dann vom Bad aus Kondore beobachten, die ihre Kreise über El Cajas ziehen. Wir hatten das Glück, diese riesigen Vögel einmal zu Gesicht zu bekommen. Leider ist dies auch in Ecuador nicht mehr selbstverständlich. Obwohl wir wirklich viel unterwegs waren, war dies das einzige mal, dass wir den Wappenvogel des Landes gesehen haben.

Guayaquil und Galapagos (20. bis 27. Dezember)


Von Cuenca aus kommt man recht einfach mit dem Bus zur Küstenstadt Guayaquil, dem Ausgangspunkt unserer Reise zu den Galapagosinseln. Schneller geht es jedoch mit Operazuaytur (Av. Remigio Crespo a una cuadra del redondel de la Feria Libre). Diese Gesellschaft fährt mit Kleinbussen in ca. 3 h von Cuenca nach Guayaquil/Flughafen. Die Fahrt kostet mit 12 US$ pro Person etwa 25% mehr als eine Fahrt mit dem regulären Bus. Um die Fahrzeit einzuhalten, geben die Fahrer teilweise ganz schön Gas, was gerade auf den Passstraßen gelegentlich etwas beängstigend wirkt, vor allem bei Gegenverkehr. Wer da empfindlich ist, sollte vielleicht lieber fliegen.  

Guayaquil hat den Ruf, die gefährlichste Stadt Ecuadors zu sein. Auch hier gilt aber wieder: in den von uns aufgesuchten Gebieten herrschte eine ganz erhebliche Polizeipräsenz und wir hatten keinerlei Probleme.

Guayaquil war der einzige von uns besuchte Ort, an dem ein für unsere Maßstäbe unangenehmes Klima herrschte. Es war durchgängig schwülheiß. Die Hitze wurde noch durch das hohe Verkehrsaufkommen verschlimmert. Auch Guayaquil hat aber seine schönen Seiten, etwa die nagelneu ausgebaute Uferpromenade und das Cerro de Santa Ana.

Übernachtet haben wir im Hotel Madrid, das wir ebenfalls von Deutschland aus gebucht haben. Das Hotel bietet leider kein Frühstück. Die Zimmer sind aber wirklich sehr sauber und verfügen über eine funktionierende Klimaanlage. Egal wie man sonst zu Klimaanlagen steht, in Guayaquil sind sie sehr nützlich. Im Hotel ist man auf Durchgangstouristen von und nach Galapagos eingerichtet und so war es auch kein Problem, einige Lebensmittel, deren Einfuhr nach Galapagos verboten ist, für die Dauer unseres Aufenthaltes auf den Inseln zu deponieren.

Vor dem Flug zu den Inseln muss man sein Gepäck auf Lebensmittel kontrollieren lassen und hierfür eine Gebühr entrichten. Man muss also rechtzeitig beim Flughafen sein. Geflogen sind wir wieder mit Tame. Nach unserer Ankunft auf der Insel Baltra wurde wieder unser Gepäck kontrolliert, diesmal sogar mit einem Spürhund. In Baltra wurden wir von einem Guide der Agentur abgeholt. Mit der Fähre ging es dann zur Insel Santa Cruz. Um zu unsere Unterkunft in Puerto Ayora im Süden der Insel zu gelangen sind wir dann noch mit dem Auto einmal quer über die Insel gefahren. Überraschend für uns war, dass es im Inneren der Insel sehr feucht war und teilweise sogar Landwirtschaft (z.B. Rinderzucht und Bananenanbau) betrieben wird. Bei einer kurzen Pause konnten wir dann auch schon das erste mal die riesigen Landschildkröten beobachten.

Der Ort Puerto Ayora ist touristisch vollständig erschlossen. Es gibt eine Vielzahl von Hotels, Bars, Retaurants, Tauchschulen und Souvenirläden. Die Preise sind allerdings exorbitant und wir waren froh, dass wir auf den Galapagosinseln Vollpension hatten.

Am Nachmittag sind wir dann zusammen mit dem Guide zur Tortuga Bucht gewandert. Diese besteht aus zwei Bereichen, einem offenen ungeschützten Bereich für die Surfer, an dem man wegen der hohen Wellen nicht baden sollte und einer durch Mangroven geschützten Badebucht. Da der Weg vom Dorf zur Badebucht sehr weit ist und Touristen zudem den Strandbereich spätestens 18.00 Uhr verlassen haben müssen, sollte man rechtzeitig aufbrechen. Ein Besuch der Tortugabucht lohnt sich auf alle Fälle. Man kann dort die berühmten Meeresechsen, Meeresschildkröten, fliegende Fische und Weißspitzenriffhaie beobachten. Wenn man anders als wir den Weg zur Bucht nicht im Laufschritt zurücklegen muss, kann man all dies vielleicht noch besser genießen.

Obwohl die Bucht sandig ist und bei den Einheimischen als Tauchrevier nichts gilt, haben wir es bereut, dass wir keine, Schnorchelausrüstung dabei hatten. Man hätte zumindest die Meeresschildkröten und die Haie beobachten können. Ein wunderschönes Erlebnis war allerdings die Fahrt mit dem Kanu, dass wir für 10 US $ pro h gemietet haben.

In den nächsten Tagen haben wir Bootsausflüge zu den Inseln North Seyour und San Bartolome gemacht. Bei der Organisation der Bootsausflüge durch die lokalen Anbieter kam es immer wieder zu kleineren Pannen. Die örtlichen Agenturen holen ihre Gäste morgens mit Bussen an den Hotels ab. Dabei haben die Fahrer und Guides oft nur eine grobe Vorstellung wen sie in welchem Hotel abholen sollen (fünf Gringos im Hotel Estrella de Mar, zwei Gringos mit Kind im Hotel Fernandina usw.). Die Touristen ihrerseits kennen i.d.R. nur das Ziel ihres Tagesausfluges, nicht aber den Namen der örtlichen Agentur und des Bootes, mit dem sie fahren. Da es mehrere Agenturen gibt, die jeweils die gleiche Insel ansteuern, herrscht dann immer ein heilloses Durcheinander bis alle Touristen auf die entsprechende Busse/Boote verteilt sind. Irgendwie hat es jedoch am Ende immer geklappt. Es hilft jedoch, wenn man sich am Vorabend im Hotel den Namen des Bootes sagen lässt, auf das man gebucht ist.

Bei beiden Bootsausflügen war eine geführte Wanderung, ein Mittagessen (vollwertiges Essen auf dem Boot, nicht bloß ein Imbis) und ein Ausflug an den Strand enthalten. Anders als die Menschen auf dem Festland sind die Bewohner der Galapagosinseln eher wortkarg und im Schnitt auch nicht sehr freundlich. Bei den Ausflügen hat uns das aber wenig gestört. Die Natur, die man während der Wanderungen zu sehen bekommt, nimmt den Besucher ohnehin völlig in Beschlag. Die meisten Pflanzen und Tiere die man während der Ausflüge beobachten kann, kannten wir ja auch schon von den zahlreichen Dokumentationen über die Galapagosinseln. Anders als in vielen anderen Fällen, in denen der Tourist nicht ansatzweise das zu sehen bekommt, was professionelle Tierfilmer in mühevoller Kleinarbeit zusammentragen, kann man auf den Galapagosinseln auch als Laie die Tiere, die man sonst nur von Bildern kennt, hautnah erleben. Wer die Ausflüge noch intensiver vorbereiten will, dem seien der Naturführer vom Verlag Lonly Planet, Watching wild life galapagos islands, und der Tauchführer Marine Life of the Galapagos von Pierre Constant empfohlen (am Besten in Deutschland kaufen, auf den Inseln sind beide Bücher sehr teuer).  

Bei beiden Ausflügen hatten wir die Möglichkeit zum Schnorcheln. Wir haben von dieser Möglichkeit ausgiebig Gebrauch gemacht. Das Wasser ist klar und schon mit einer einfachen Ausrüstung erhält man atemberaubende Einblicke in die Unterwasserwelt der Inseln. Die Ausrüstung (einschließlich eines Neoprenanzugs) kann man auf den Booten oder etwas billiger in einer der vielen Tauschulen an Land mieten.  

Am vierten Tag sind wir mit dem Schnellboot zur Insel Isabela gefahren. Auch bei der Fahrt mit dem Schnellboot ist es hilfreich, wenn man den Namen des Bootes, auf das man gebucht ist, kennt, da oft mehrere Boote gleichzeitig abfahren. Bevor man auf die Boote kommt, muss man außerdem wieder sein Gepäck kontrollieren lassen. Die Fahrt auf dem Schnellboot kann sehr anstrengend sein, wenn man nicht das Glück hat, einen der begehrten Plätze im Heck des Bootes zu bekommen. Anders als die langsamen Ausflugsboote gleiten die Schnellboote über das Wasser, wobei sich der Bug des Bootes in kurzen Abständen aus dem Wasser hebt und dann wieder zurückfällt. Auf den Sitzen im Bug des Bootes spürt man dies als sehr heftige Stöße auf den kaum gepolsterten Sitzen. Im Heck merkt man hiervon fast gar nichts. Die Überfahrt in den Ort Puerto Villamil dauert ca. 2 h. Hier wurden wir wieder von einem Mitarbeiter der Agentur, Pablo, abgeholt.

Puerto Villamil ist ein wunderschöner kleiner Ort, der im Vergleich zu dem deutlich größerem Puerto Ayora fast etwas verschlafen wirkt. Es gibt einen wunderschönen Sandstrand, den man zu Fuß erreichen kann und eine Salwasserlagune mit Flamingos in der Mitte des Ortes.

Am Tag nach unserer Ankunft auf Isabela haben wir den Vulkan Sierra Negra besucht. Es gibt die Möglichkeit, ein gutes Stück des Wegs zum Vulkan auf Pferden zu reiten. Obwohl wir beide insoweit über keinerlei Erfahrung verfügen, haben wir uns entschlossen zu reiten. Es hat auch funktioniert und ohne die Mithilfe der Pferde hätten wir den für den Nachmittag geplanten Ausflug zum Felsenriff Tintoreras nicht geschafft. Der Ritt (2 x 1,5h) ist jedoch jedenfalls für Ungeübte sehr anstrengend. Belohnt wurden wir aber mit den unbeschreiblichen Eindrücken einer Wanderung auf teilweise noch warmer Lava und eben der Möglichkeit am Nachmittag noch einen Bootsausflug zu machen.

Am Felsenriff Tintoreras steigt der Meeresboden an einigen Stellen übrigens sehr plötzlich steil an, was dem Verfasser eine überraschende und schon etwas unheimliche Annäherung an einen großen Stachelrochen bescherte.

Organisatorische Probleme gab es auf Isabela übrigens nicht. Pablo hatte alles im Griff. Auch unsere Rückfahrt nach Santa Cruz und die Weiterreise nach Guayaquil verliefen problemlos.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Hotels auf Santa Cruz und Isabela sehr gut waren und das Essen (wir hatten Vollpension) sehr gut geschmeckt hat.

Rufen Sie uns an!
+49 (0)341 52 99 878
Schreiben Sie uns!
info@mio-tours.de
Reiseanfrage
für Ihre ganz
persönliche Rundreise
E-mail Formular
Deutsches Reiserecht Hanse Merkur
Mexico-Mio