Der Petén

Peten

Im Norden von Guatemala liegt das Departement Petén. Es gilt als das Ursprungsgebiet der Maya und mit 35.800 km² nimmt es fast ein Drittel des gesamten Landes ein. Allerdings ist es sehr spärlich besiedelt - gerade mal 9 Menschen kommen auf einen Quadratkilometer!

Der Petén gehört zu den größten Regenwaldreserven (7. Stelle) der Welt. Leider ist das Ökosystem aber auch sehr labil. Als das Gebiet zu Anfang des 20. Jh. noch nahezu menschenleer war, lebten dort Jaguare und Pumas. Doch durch die Brandrodung und die Besiedlung durch den Menschen sind die Tierwelt und der Regenwald bedroht. Der Staat versucht durch Naturschutzgebiete den Regenwald zu retten. Das Dilemma ist jedoch, dass der armen Bevölkerung teilweise nichts anderes übrigbleibt, als sein Einkommen mit der illegalen Abholzung von Edelhölzern z.B. zu verdienen. Dieses Problem birgt eine ständige Gefahr für das ökologische Gleichgewicht.

Geologisch gesehen ist der Petén genauso ein Kalksteinplateau wie die mexikanische Halbinsel Yucatan. Es wird von mehreren Hügelketten von Ost nach West durchzogen, die maximal die Höhe von 500 m über dem Meeresspiegel erreichen.

Durch das feuchtheiße Klima mit durchschnittlichen Temperaturen von 26 Grad und einer Niederschlagsmenge, die im Juni und September ihre Spitzenwerte erreicht, ist eine Karstlandschaft entstanden, die durch ein unterirdisches Höhlenlabyrinth gekennzeichnet ist.

Flores

Die Hauptstadt des Departements, Flores, liegt auf einer Insel auf dem zweitgrößten See des Landes, den Petén-Itzá-See (48 km lang und 10 km breit). Über einen Damm wird die Stadt mit dem Festland verbunden. Kurz hinter dem Damm liegen die Dörfer Santa Elena und San Benito. Hier gibt es zahlreiche Hotels, die die zahlreichen Tikal-Touristen beherbergen. Flores ist jedoch um einiges attraktiver. Mit seinen bunt bemalten Häusern, seinen kleinen Bars und Restaurant, ist es doch ein sehr netter Travellertreff. Am Abend kann man am kleinen Malecón (Uferpromenade) flanieren und den Sonnenuntergang im See genießen. Flores wird auf jeder Guatemala Rundreise angesteuert, denn es ist ein guter Ausgangpunkt für den Besuch von Tikal.


Tikal

Nur 62 km von Flores entfernt liegt eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten von Guatemala: die archäologische Stätte von Tikal. Was der Tourist nicht weiß: sie gehört zu den gefährdesten Baudenkmälern Guatemalas. So dürfen z.B. einige Tempel aufgrund der immensen Beanspruchung durch Touristen nicht mehr bestiegen werden. Der Staat versucht die Verschleißerscheinungen (natürliche und nicht-natürliche Erosion) einzudämmen, indem sie z.B. Tempel mit Holztreppen ausstatten. Mit Hilfe der Eintrittsgelder werden diese Maßnahmen finanziert.

Tikal gehört zu den größten Zeremonialzentren des gesamten Mayalandes. Die Ruinenstadt sucht mit ihren steil aufragenden Tempelpyramiden seinesgleichen. Die einzigartige Lage, mitten im Regenwaldes des Petén, auf einer Fläche von 576 km², gibt dieser Anlage eine besondere Note.

Tikal

Als die archäologische Stätte 1840 wieder entdeckt wurde, war nichts von dem Schatz, der sich unter dem Dickicht verbarg sichtbar. Alle Tempel und Pyramiden waren vom Dschungel verschluckt und nur Hügel als erkennbar. Im Jahre 1848 fand die erste offizielle Expedition unter der Leitung des guatemaltekischen Colonels Modesto Méndez statt. Es folgten ihm im Laufe der Jahre weitere Forscher. Nach diesen diversen Vorarbeiten war man sich der mächtigen Bedeutung dieser Stätte sicher und so begann man 1850 mit den ersten großen Ausgrabungen.

Tikal wurde zwischen 800 und 600 v. Chr. zum ersten Mal besiedelt und ihre Blütezeit erlebte die Stätte in der Spätklassik zwischen 600 und 900 n. Chr. Tikal war eine mächtige Dynastie und die Herrscher machten sich viele Nachbar-Kleinstaaten zu Vasallen. Dies beschwor Neid bei dem mächtigen Nachbar Calakmul (in Honduras) hervor. Den Rivalen Calakmul besiegte Tikal im 8. Jh. Jedoch schwand die Macht Tikals bereits im 9. Jh. und spätestens im 10. Jh. war die Anlage völlig verlassen.

Tikal erstreckt sich über eine Gesamtfläche von etwa 65 km², wovon rund 16 km² das Zentrum der Stätte bilden. Hier haben Forscher Überreste von über 3000 Bauten entdeckt. Weitere unerforschte Gebäude liegen noch im Dschungel vergraben. Man schätzt, dass zum Höhepunkt der Macht um die 50.000 Menschen in Tikal lebten. Rechnet man die Vasallengebiete noch dazu, lebten gut 200.000 Personen hier.

Pyramide Tikal

Der Plaza Mayor, das Herz Tikals, wird von den Tempeln I und II eingerahmt. Der "Große Jaguar" (Tempel I) ist mit seinen 47 m das Wahrzeichen der gesamten Maya Kultur. Das Gebäude besitzt neun stufenförmige Terrassen, in deren Mitte eine extrem steile Treppe bis zum Tempel führt. Hier oben müssen die schwindelfreien Götter-Priester gestanden haben, um zu ihren Untertanen zu sprechen. Der Tempel II trägt wegen seiner kunstvollen Fassade auch den Namen "Tempel der Masken" und ist 38 m hoch. Der steile Aufstieg über die Holztreppe auf den Tempel II ist ein Muss. Oben angekommen eröffnet sich eine tolle Aussicht über das gesamte Gelände.

Tikal

Den schönsten Blick über die ganze Stätte und den Regenwald hat man vom Tempel IV aus. Hier steigt man wieder über eine Holztreppe auf 64 m hoch und genießt den Blick über den Petén Dschungel. Am besten schaut man sich das Spektakel am Morgen an, dann liegt Tikal ganz im Nebel, der sich langsam verzieht. Nach und nach kommen die Spitzen von Tempel III, II und I aus dem Morgendunst. Dazu die Geräuschkulisse des Dschungels, ein unvergleichliches Erlebnis!

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